affido - pflegefamilien | kinderdörfer | familienarbeit gmbh

 

Adresse: Hilmteichstraße 110, 8010 Graz
Geschäftsführung: Mag. Uli Reimerth
Firmenbuchnummer: 398682y
Zuständiges Firmenbuchgericht: Landesgericht für ZRS Graz
UID-Nr.: ATU 68062106FN

Vollständiges Impressum

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Chronik

affido - pflegefamilien | kinderdörfer | familienarbeit entstand im Jahr 2019 durch die Verschmelzung der Gesellschaft Steirischer Kinderdörfer GmbH (Anton-Afritsch Kinderdorf) mit der a:pfl alternative:pflegefamilie gmbh (Pflegeelternverein Steiermark).

Beide Organisationen können auf eine lange Geschichte verweisen, die Sie hier nachlesen können.

 

Pflegeelternverein Steiermark

Der „Pflegeelternverein Steiermark - Kinder- und Jugendförderung“ wurde 1981 mit Unterstützung des Landes Steiermark in Graz gegründet. Er ist seit diesem Zeitpunkt im ganzen Bundesland tätig.

Zeitleiste Pflegeelternverein

Die Gründung des Pflegeelternvereins 1981 folgte einem speziellen Bedarf. Schon länger war klar geworden, dass Kinder in Kinderheimen nicht die notwendige stabile emotionale Zuwendung erfahren und dass eine Unterbringung in Pflegefamilien eine entsprechende Unterstützung und sorgfältige Vorbereitung von geeigneten Pflegeeltern braucht.

Der Verein war von Anfang an als Drehscheibe zur Entwicklung und Unterstützung der Pflegeplatzerziehung gedacht. Alle Aktivitäten orientierten sich am Wohl des Kindes. Bereits 1982 wurden in der ganzen Steiermark sogenannte Elternrunden eingerichtet. Sie dienten der laufenden Information, dem Austausch und der Beratung von Pflegeeltern.

1984 konnte das Beratungsangebot erweitert werden. Seit diesem Zeitpunkt ist der Pflegeelternverein Träger einer vom Familienministerium unterstützten Familienberatungsstelle mit dem Schwerpunkt „soziale Elternschaft“. Der Pflegeelternverein wendet sich mit diesem individuellen Beratungsangebot an Pflegefamilien und erstmals auch an Adoptivfamilien.

Ende der Achtzigerjahre wurden das österreichische Jugendwohlfahrtsgesetz (und das steirische Ausführungsgesetz) einer Revision unterzogen. Der Pflegeelternverein Steiermark war in die Beratungen eingebunden und konnte einige wichtige Überlegungen in das Gesetz einbringen.

1992 wurde der Verein mit der Schulung von Pflegeeltern und Adoptivwerbern und der Weiterbildung von sozialpädagogischen Pflegeeltern beauftragt.
1993 wurde zur Unterstützung von Kindern, die auf Grund familiärer Umstände oder persönlicher Krisen in der schulischen Sozialisation Schwierigkeiten haben, die Sozial- und Lernbetreuung eingerichtet. Dieses populäre Angebot wurde bis 2011 betrieben und im Zuge von Einsparungsmaßnahmen im Sozialbereich eingestellt.
1994 wurde die Pflegefamilienberatung als eigenes Angebot eingeführt.
1995 wurde der Verein mit der vorübergehenden Unterbringung von Kindern in Krisensituationen in Graz beauftragt.
1998 kam erstmals das Modell der „familienbegleitenden Pflegeplatzunterbringung“ für Kinder zum Einsatz, die für einen begrenzten Zeitraum mit dem Ziel der Rückführung in eine Pflegefamilie vermittelt werden.

Seit 2001 stehen die mit Krisen- und familienbegleitender Pflege betrauten Pflegeeltern (familienpädagogische Pflegeplätze) in einem Vertragsverhältnis mit der Kinder- und Jugendförderung. Daraus ergibt sich unter anderem der Vorteil einer sozialversicherungsrechtlichen Absicherung.
2002 wurde unter www.adoptionsberatung.at eine Internetplattform entwickelt, die sich dem Thema „internationalen Adoption“ widmet. Sie ist Anlaufstelle für Interessierte, Adoptivwerber und Adoptivfamilien.
2008 wurde die Krisenunterbringung als Pilotprojekt auf die ganze Steiermark ausgeweitet.
2010 startete das Pilotprojekt des Amtes für Jugend und Familie der Stadt Graz „Sozialraumorientierung in der Jugendwohlfahrt“. Die Stadt Graz wurde im Rahmen dieses Projekts in vier Sozialräume unterteilt, in denen soziale Leistungsträger mit dem Amt für Jugend und Familie kooperieren. Die "Sozialräumliche Familienarbeit" des Pflegeelternvereins Steiermark übernahm dabei die Funktion des Schwerpunktträgers im Sozialraum 4 beziehungsweise in den Bezirken Eggenberg, Gösting und Lend.

2012 bekam der Pflegeelternverein Steiermark gemeinsam mit Jugend am Werk Steiermark als "ARGE Sozialversicherungsrechtliche Absicherung und qualitätssichernde Hilfen/Maßnahmen für Pflegefamilien" den Auftrag des Landes Steiermark zur Absicherung und fachlichen Begleitung von (Dauer)Pflegefamilien. Daraus entstand ein neuer Fachbereich, der sich Pflegefamilieplus nennt und sich neben der Abwicklung der Dienstverhältnisse für Pflegeeltern auf die fachliche Begleitung von langfristigen Pflegeverhältnissen spezialisiert hat.
2013 wurde die a:pfl alternative:pflegefamilie gmbh als neue Organisationsform gegründet und 2014 der Standort in das neu adaptierte Schweizerhaus am Hilmteich verlegt.
2015 wurde aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation ein Projekt mit Schwerpunkt "unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Pflegefamilien" ins Leben gerufen.
2018 wurde unser regionaler Standort in Leibnitz eröffnet. Außerdem wurde die Familienpädagogische Langzeitunterbringung (FP-LU) als familienpädagogisches Angebot für Kinder und Jugendliche mit besonderem Betreuungsbedarf zum Regelangebot in der DVO.

 

Anton-Afritsch-Kinderdorf

Das Anton Afritsch Kinderdorf am Steinberg ging aus dem einstigen Steinbergschlössl hervor. Es wurde am 4. März 1919 vom Arbeiterverein „Kinderfreunde Österreichs Gau Graz" erworben und vom Grazer Journalisten und späteren Stadtrat Anton Afritsch adaptiert. Anton Afritsch, der auch Gründer der Kinderfreundebewegung war, kannte das Schlössl bereits von seinen sonntäglichen Wanderungen mit Arbeiterkindern („den Bloßfüßigen") Richtung Steinberg: es wurde gesungen, gespielt und am Nachmittag war auf der „Freilichtbühne" unter dem Schloss Kasperltheater angesagt. So bereitete Anton Afritsch den Kindern wohl unvergessliche Stunden. Mit viel Idealismus und freiwilligen Helfern, vornehmlich arbeitslosen Pucharbeitern, wurde der einst gräfliche Besitz zu einem Refugium für Kinder umgebaut.

1934 wurde der Besitz beschlagnahmt, enteignet und 1948 durch die Republik Österreich rückerstattet. Univ.Prof. Karl Birzele entwickelte daraufhin die Idee, am Steinberg ein Kinderdorf zu errichten. Dies war ohne Trinkwasser jedoch nicht möglich. Nachdem eine Wassergenossenschaft gegründet und unter Schwierigkeiten eine Wasserleitung gebaut worden war, legten 1956 die steirischen Kinderfreunde auf Anregung ihres Obmanns Prof. Birzele einen Antrag zur Errichtung eines Kinderdorfes vor. Der Grundstein für den Bau war gelegt und so entstand rund um das Steinbergschlössl ein Kinderdorf, das 1958 eröffnet wurde. Prof. Birzele wurde auch der erste Präsident der Gesellschaft österreichischer Kinderdörfer, welche 1959 gegründet wurde.

Am Steinberg war somit das erste Kinderdorf Österreichs für Begabtenförderung entstanden. Es sollte Kindern, die auf Grund ihrer geografischen Herkunft, ihrer familiären Verhältnisse und der fehlenden finanziellen Ressourcen ihrer Eltern keine Möglichkeit zum Besuch einer höheren Schule und in weiterer Folge zum Besuch einer Universität hatten, geholfen werden.

Soziales Lernen, aktive Demokratie, Selbstverantwortung und Begabtenförderung (mit Ziel Matura und Hochschulabschluss) waren die Grundbausteine des Kinderdorflebens. Bis zu 80 Kinder wohnten damals auf dem Steinberg. Über die Aufnahme entschieden psychologische Eignungstests. Betreut wurden die Kinder in Kleingruppen mit 16 Kindern pro Haus, was in der damaligen Zeit der Großheime eine revolutionäre Idee war. Das Kinderdorf wurde im Laufe der Zeit zunehmend auch eine Zufluchtsstätte für Kinder mit besonderen Bedürfnissen und Kinder in Krisensituationen.

Am 19.5.1960 wurde die Gesellschaft für Steirische Kinderdörfer - Verein zur Förderung und Führung von Jugendwohlfahrts-, Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen als Träger des Anton-Afritsch-Kinderdorfes gegründet. Diese gesellschaftliche Struktur wurde am 25.7.2013 an die geänderten Anforderungen angepasst. Der gesamte Betrieb des Vereins wurde in eine neu gegründete gemeinnützige GmbH eingebracht, die die Zielsetzungen des Vereins weiterführte:

  • die Konzeption und Führung von Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen im Sinne des StKJHG
  • die Führung von Kinderbetreuungseinrichtungen
  • die Erstellung und Verwirklichung von Bildungsangeboten in pädagogischen, psychologischen, jugendwohlfahrtsrelevanten, schulischen, gesundheitsrelevanten, arbeitsmarktrelevanten und sozialpolitischen Belangen

 Das Angebot, das ursprünglich aus 3 Kinder- und Jugendwohngruppen bestand, wurde sukzessive ausgebaut. Derzeit besteht das Angebot aus 4 Kinder- und Jugendwohngruppen, eine Betreute Wohngruppe und eine mobil betreute Wohnung.

2019 erfolgte die Verschmelzung der Gesellschaft Steirischer Kinderdörfer Gmbh mit der a:pfl alternative:pflegefamilie gmbh mit der Möglichkeit einer ausgeweiteten Angebotspalette im Bereich „Pflege und Erziehung“.