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Zuständiges Firmenbuchgericht: Landesgericht für ZRS Graz
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FAQ

Mädchen mit SaugglockeWie finde ich heraus, welche Behörde für mich zuständig ist?

Für die Pflegeaufsicht beziehungsweise die Eignungsfeststellung ist die Behörde des Wohnortes der Pflegefamilie zuständig. Die Zuständigkeiten in der Steiermark sind nach Regionen und Sprengel eingeteilt, diese kann bei der örtlichen Bezirksverwaltungsbehörde erfragt werden.

Welcher Altersabstand zwischen Pflegeeltern und Pflegekind ist möglich?

Vom Alter her ist vorgesehen, dass der Abstand zwischen Pflegekind und Pflegeeltern einem natürlichen Eltern-Kind-Verhältnis entspricht. Das heißt in der Steiermark sollen zwischen Pflegekind und Pflegeeltern höchstens 45 Jahre liegen. In der Praxis könnte eine Pflegeperson mit 48 Jahren daher ein dreijähriges oder älteres Pflegekind aufnehmen.

Wieviele Pflegekinder darf ich aufnehmen?

Grundsätzlich können bis zu zwei Pflegekinder in die Familie aufgenommen werden. Bei Geschwisterreihen kann die Behörde Ausnahmen machen. Die Kinderzahl inklusive der leiblichen Kinder sollte vier nicht überschreiten.

Warum gibt es so ein ausführliches Bewilligungsverfahren und die Verpflichtung zur Teilnahme an der Qualifizierungsmaßnahme für künftige Pflegepersonen?

Für Kinder, die nicht in ihrer leiblichen Familie leben können, und manchmal auch gegen den Willen ihrer Eltern in einer anderen Familie aufwachsen, übernimmt der Staat eine große Verantwortung. Kinder sollen keine weiteren Beziehungsabbrüche erfahren, weshalb zukünftige Pflegeeltern genau geprüft werden und im Rahmen der Schulung auf ihre Aufgabe vorbereitet werden.

Was ist der Unterschied zwischen Pflegeelternschaft und Adoption?

Pflegeeltern wie Adoptiveltern nehmen ein Kind aus einer anderen Familie auf. In beiden Fällen ist es häufig, dass das Kind bis zum Erwachsenwerden in der Familie bleibt. Rechtlich gesehen gibt es allerdings Unterschiede. Bei einer Pflegeelternschaft üben die leiblichen Eltern manchmal noch einen Teilbereich der Obsorge aus und haben immer ein Besuchs-, Informations- und Äußerungsrecht in Bezug auf das Kind. Außerdem müssen sie für das Kind noch Unterhalt (meist an die Behörde) bezahlen. Bei einer Adoption gehen die Elternrechte und Elternpflichten auf die Adoptiveltern über (Unterschiede gibt es nur im Erbrecht).

Was bringt ein Pflegekind "speziell" mit?

Pflegekinder sind immer Kinder, die schon einige Turbulenzen und Schwierigkeiten in ihrem Leben erfahren haben. Sie haben meist mindestens einen Beziehungsabbruch erlebt und oft sehr schwierige Erfahrungen während der Schwangerschaft oder in ihrer Familie gemacht. Pflegekinder bringen auch bereits eine Familie mit, die für sie oftmals wichtig ist. Dieser "Rucksack" zeigt sich in der Pflegefamilie häufig in Form von herausfordernden Verhaltensweisen des Kindes. In derQualifizierungsmaßnahme für zukünftige Pflegepersonen und in den Bewilligungsgesprächen durch die Behörde erfahren Sie genauer, was auf Sie zukommen könnte.

Wie lange ist das Kind bei uns als Pflegefamilie?

Es gibt kurzfristigere Unterbringungen (siehe Familienpädagogische Pflegeverhältnisse) oder langfristige Unterbringungen, die zum Ziel haben, dass das Kind in der Pflegefamilie aufwächst.

Wichtig ist, dass sich jede Pflegefamilie gut überlegt, für welchen Zeitraum sie gerne ein Kind aufnehmen würde. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind trotz einer ursprünglich langfristigen Perspektive wieder in seine Herkunftsfamilie zurückkehrt, ist gering. Die leiblichen Eltern haben jedoch das Recht, Anträge bei Gericht auf Rückführung oder Besuchskontakte zu stellen, was einen großen Unterschiede im Vergleich zu einer Adoption darstellt.

Wer kann Pflegevater oder Pflegemutter werden?

Pflegeeltern können alle Personen werden, die die besonderen Voraussetzungen dafür besitzen und fachlich geeignet sind. Es ist dabei nicht ausschlaggebend, ob Sie alleinstehend, verheiratet, in einer Partnerschaft oder gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben, Kinder haben, kinderlos sind oder einen Migrationshintergrund haben.

Die Eignung einer Pflegefamilie wird im Bewilligungsverfahren von Sozialarbeiter/innen der zuständigen Behörde überprüft. Es wird darauf geachtet, ob Sie reflexionsfähig sind und ob Sie das Kind mit seiner Vorgeschichte und seiner leiblichen Familie gut annehmen können. Weitere Kriterien sind die grundsätzliche finanzielle Absicherung, ein Gesundheitsnachweis sowie ein Strafregisterauszug.